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Spezielle Behandlungsmethoden

Laser-Hatching

Trotz erfolgreicher Befruchtung der Eizellen bei In-vitro-Fertilisation (IVF) oder Mikroinjektion (ICSI) bleibt bisweilen die erwünschte Schwangerschaft aus. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Embryo nicht aus seiner Hülle schlüpfen kann, um sich in der Gebärmutter einzunisten. Auf natürliche Weise kommt es ca. 5-7 Tage nach dem Befruchtungsvorgang bei dem Embryo durch vorwiegend biochemische Vorgänge zu einer Öffnung der Embryohülle. Schlüpft der Embryo nicht oder nur unvollständig, kann keine Einnistung in die Gebärmutter stattfinden. Ein seit langem anerkanntes Verfahren in der Fortpflanzungsmedizin, das „Laser-Hatching“, unterstützt das Ausschlüpfen des Embryos. Bei dieser Technik werden kurz vor dem Embryotransfer mit einem feinen Laserstrahl ca. 20-25% der äußere Hülle des Embryos, die sogenannte zona pellucida, unter mikroskopischer Kontrolle ausgedünnt.

Das Laser-Hatching ist zu empfehlen bei:
  • Embryonen von Frauen über 37 Jahre
  • Embryonen von Frauen mit vorausgegangenen erfolglosen IVF-Behandlungen
  • Auffällig dicker Hülle um den Embryo (>20 µm)
  • Embryonen, enstanden nach Tiefgefrieren im Vorkernstadium und Wiederauftauen

Weltweit durchgeführte Studien konnten eindeutig belegen, dass das Laser-Hatching keine negativen Auswirkungen auf den Embryo und dessen Entwicklung hat, höchste Sicherheit aufweist und eine deutlich erhöhte Einnistungsrate des Embryos zeigt. Die Kosten für die Laser-Hatching-Behandlung werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

Laser Hatching

 

Akupunktur

Seit längerer Zeit hat sich die Akupunktur auch in der Fortpflanzungsmedizin bewährt. Es gibt inzwischen Studien und Veröffentlichungen, die einen positiven Effekt der jahrtausendealten Therapie mit Akupunktur auf den Erfolg einer IVF-Behandlung mit einer deutlichen Steigerung der Erfolgsrate belegen.

Die Akupuktur stärkt und harmonisiert den Organismus und schützt vor negativen Einflüssen. Sie stärkt das Immunsystem, reguliert Hormone, gibt neue Energie und reduziert Stress und Schmerzen. Bei unserer speziellen Akupunktur wird vor allem auch die Durchblutung der Gebärmutter verbessert und dadurch die Einnistung des Embryos begünstigt.

Wir führen zwei Sitzungen mit jeweils 20 Minuten am Tage des Embryotransfers durch. Die Behandlung findet jeweils direkt vor und nach dem Embryotransfer statt.

 

 „PICSI“, Physiologische ICSI

Zusatzmaßnahme bei einer ICSI-Behandlung zur Optimierung der Auswahl von reifen Spermien

Bei Männern mit eingeschränkter Samenqualität kann es erforderlich sein, einzelne Samenzellen direkt in Eizellen zu injizieren, um eine erfolgreiche Befruchtung der Eizellen zu ermöglichen (ICSI-Methode).

Die für die Injektion erforderliche Auswahl der Samenzellen erfolgt standardmäßig nach den Kriterien Beweglichkeit und Form der einzelnen Samenzellen. So ist Zielsetzung, bei einer ICSI-Therapie möglichst nur gut bewegliche und normal geformte Samenzellen zu verwenden. Beide Kriterien garantieren allerdings nicht die Auswahl einer vollständig ausgereiften Samenzelle, die für eine erfolgreiche Befruchtung der Eizelle und für die Entstehung eines entwicklungsfähigen Embryos notwendig ist.

Mit Hilfe des sogenannten PICSI-Hyaluronat-Bindungstest (kurz „PICSI“) können vollständig ausgereifte und damit optimal geeignete Samenzellen für das ICSI-Verfahren ausgewählt werden. Bei diesem Test werden Samenzellen anhand ihrer Fähigkeit, an Hyaluronat (ein natürlicher Bestandteil der Eizellenoberfläche) zu binden, identifiziert. Es konnte nachgewiesen werden, dass ausschließlich ausgereifte Samenzellen über diese Bindungsfähigkeit verfügen. Unter natürlichen Bedingungen wird mit diesem Bindungsverhalten die „Kontaktaufnahme“ und Anbindung von vollständig ausgereiften Samenzellen an die Eizellenoberfläche gewährleistet. Das PICSI-Verfahren imitiert damit die natürliche Auswahl reifer und befruchtungsfähiger Spermien.

Es ist bekannt, dass nahezu alle Spermien, die an Hyaluronat binden können, ausgereift sind, ein deutlich höheres Befruchtungspotential besitzen und überwiegend intaktes Erbmaterial (DNA) aufweisen. Wird eine Spermienauswahl durch Hyaluronat-Bindung durchgeführt, ist somit gewährleistet, dass für die ICSI Samenzellen mit überwiegend intaktem Erbmaterial verwendet werden. Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben hierbei gezeigt, dass durch das PICSI-Verfahren eine reguläre Embryonalentwicklung und ein erfolgreicher Verlauf einer Schwangerschaft mit verringertem Risiko für Fehlgeburten begünstigt wird (Worrilow et al. Human Reproduction 2013).

 

Der Hyaluronat-Bindungstest („HBA-Test“)

Bestimmung der Menge ausgereifter Samenzellen durch Simulation der Kontaktaufnahme bzw. Bindungsfähigkeit mit Eizellen

Die Untersuchung der Samenzellen (Spermien) des Mannes stellt einen sehr wichtigen diagnostischen Schritt dar, der für den weiteren Weg einer Kinderwunschbehandlung ganz entscheidend ist. Für die Therapieplanung ist daher die vorherige Durchführung von Samenanalysen (so genannte Spermiogramme) von großer Bedeutung.

Standardmäßig wird bei der Spermiogrammerstellung die Anzahl der Samenzellen, sowie deren Beweglichkeit und Form bestimmt. Die Kriterien „Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien“ können für die Fertilitätsbeurteilung des Mannes ausreichen, erlauben allerdings keine Aussage über den Reifegrad der Samenzellen. Man weiß aber inzwischen, dass für eine erfolgreiche Befruchtung der Eizelle sowie für eine regelrechte Embryonalentwicklung und Entstehung einer stabilen Schwangerschaft auch eine vollständige Ausreifung der Samenzelle notwendig ist.

Im Kinderwunschzentrum Göttingen besteht für Sie nun die Möglichkeit, Ihre geplante Spermiogrammanalyse um eine zusätzliche Untersuchung, dem sogenannten Hyaluronat-Bindungstests (engl. Sperm-Hyaluronan Binding Assay, kurz „HBA-Test“), zu erweitern.

Mit Hilfe dieses Tests kann die Menge gut beweglicher und vollständig ausgereifter Spermien bestimmt werden. Bei dieser Untersuchung werden ausgereifte Samenzellen anhand ihrer Fähigkeit, an einer simulierten Eizellenhülle (Hyaluronat) zu binden, identifiziert. Das HBA-Verfahren imitiert somit die natürliche Auswahl reifer und befruchtungsfähiger Samenzellen an der Eizellenoberfläche.

Bekannt ist, dass ausschließlich ausgereifte Samenzellen über die Fähigkeit verfügen, an Hyaluronat zu binden. Zudem konnte wissenschaftlich belegt werden, dass Hyaluronat-gebundene Samenzellen deutlich weniger häufig Veränderungen in ihrem Erbmaterial aufweisen und damit ein höheres Potential haben, zu einer stabilen Schwangerschaft zu führen.

Der HBA-Test liefert somit eine sehr wichtige Zusatzinformation über die Menge ausgereifter und befruchtungsfähiger Samenzellen und erlaubt gegenüber dem herkömmlichen Standard-Spermiogramm eine präzisere Fertilitätsbeurteilung des Mannes, die für die weitere Therapieplanung von entscheidender Bedeutung sein kann.

Zeigt sich im HBA-Test z.B. eine verringerte Menge vollständig ausgereifter Samenzellen, kann ein Wechsel von einer Inseminations-Behandlung zu einer IVF/ICSI-Therapie sinnvoll sein.

Der HBA-Test kann als Erweiterung gleichzeitig mit dem Standard-Spermiogramm durchgeführt werden.

Die Abgabe einer weiteren Samenprobe ist hierfür nicht notwendig.

 

Die „Calcium-Ionophor-Behandlung“

Unterstützung der Eizellaktivierung nach ICSI

Wenn Samenzellen eigenständig nicht in der Lage sind, in eine Eizelle einzudringen und diese zu befruchten, wird das Verfahren der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) angewandt. Hierbei werden einzelne Samenzellen unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle injiziert und damit ein Eindringen einer Samenzelle in die Eizelle sichergestellt.

Die alleinige Anwesenheit einer Samenzelle in einer Eizelle garantiert allerdings noch nicht eine erfolgreiche Befruchtung der Eizelle und die Entstehung eines entwicklungsfähigen Embryos. In etwa 4% aller ICSI-Zyklen wird keine Eizelle befruchtet und bei weiteren 4% liegt die Befruchtungsrate unter 20%. Diese negativen Ergebnisse basieren auf Eizell- und/oder Spermieneigenschaften, die die normale Aktivierung des Befruchtungsvorganges in Eizellen und die nachfolgenden Zellteilungen unterbinden.

Es ist bekannt, dass im Normalfall das Spermium nach Eindringen in die Eizelle die Calcium-Konzentration erhöht, die Eizelle damit aktiviert und so eine reguläre Befruchtung und Embryonalentwicklung herbeiführt. Ob Samenzellen über diesen Mechanismus Eizellen aktivieren können oder nicht, kann vor einer ICSI-Behandlung nicht überprüft werden. Es besteht aber die Möglichkeit, den Befruchtungsvorgang während einer ICSI-Behandlung zu unterstützen, indem die Eizelle unmittelbar nach Injektion der Samenzelle in ein Kulturmedium umgesetzt wird, welches einen sogenannten Calcium-Ionophor enthält. Hierbei handelt es sich um eine Substanz, die die Calciummenge in der Eizelle erhöht und damit den Befruchtungsprozess unterstützt.

Die Behandlung von Eizellen mit Calcium-Ionophor nach ICSI ist ein inzwischen seit vielen Jahren praktizierter Ansatz zur Verbesserung der Eizellaktivierung. Studien zufolge kann der Anteil befruchteter Eizellen durch diese Behandlung deutlich zunehmen und die nachfolgende Embryonalentwicklung verläuft normal (Ebner et al. Fertil Steril 2012).

 

Anwendungsmöglichkeiten:

  1. Bei ICSI-Zyklen ohne Befruchtung
  2. Bei niedrigen Befruchtungsraten nach ICSI (< 20%)
  3. Bei Kryptozoospermie (< 1 Mio./ml)
  4. Bei TESE-ICSI-Behandlungen

 

Wir bieten Ihnen diese Methode als Zusatzleistung an. Die Eizellaktivierung durch Calcium-Ionophor gehört nicht zum kassenärztlichen Leistungskatalog.

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